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Fluppel

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21

Donnerstag, 11. November 2010, 20:49

Meine Pferde sind Puristen und haben scheinbar genug Platz im Maul: sie laufen beide gut mit ihren dicken, einfach gebrochenen Edelstahlgebissen.
Bei der Jungen hatte ich noch nie Veranlassung das Gebiss zu wechseln.
Bei meiner Granddame bin ich vor Jahren mal dem "Zweifach-gebrochen-Hype" erlegen und hab ihr so ein Teil gemeint gönnen zu müssen. Ergebnis war schon beim Longieren ein höchst unzufrieden rumknatschendes, wehrendes Pferd. Gebiss wurde verschenkt und von weiteren Experimenten wurde abgesehen.
Never change...
Eine Stute galoppiert mit ihrer Lunge,
hält durch mit ihrem Herzen,
gewinnt mit ihrem Charakter
___________________________________
abgeändert nach FEDERICO TESIO

gitana

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22

Freitag, 12. November 2010, 03:32

Meine Erfahrung ist auch die, daß die Pferde mit dünnen Gebissen leichter in der Hand sind, aber sich eher verkriechen und die Gebisse nicht wirklich vertrauensvoll annehmen, weil sie ihnen grundsätzlich eher unangenehm sind. Sie täuschen dem Reiter eine Leichtigkeit vor, die aber nicht unbedingt reell ist. Das heißt natürlich nicht, daß die Pferde auf dickeren Gebissen nicht leicht in der Hand sein sollen. Aber es kann auch in der Ausbildung kurzfristig mal nötig sein, die HH etwas vermehrt "anzupacken" und dem Pferd dazu vorne einen gewissen Gegenhalt zu gestatten. Das funktioniert dann nur mit einem Gebiß, das etwas dicker ist (18 mm). Bei dünneren Gebissen passiert dann meist nur das, daß die Pferde dem Gebiß ausweichen und man nie wirklich an Rücken und HH kommt.

Überall, wo längerfristige Anlehnung gefragt ist, nehme ich daher keine Gebisse unter 18 mm (und die passen auch in kleine Mäulchen). Ich habe aber grundsätzlich nichts gegen dünnere Gebisse, wenn es denn vom Zweck her passt, z.B. Geländeritte, vor allem längere, wo der Zügel bei mir eh zum größten Teil durchhängt. Nicht, weil ich die Pferde sonst nicht "halten" kann, sondern einfach, damit sie im Gelände nicht unnötig "Ballast" im Maul rumtragen müssen ;)
Die meisten Reiter wollen durch Lob korrumpiert und nicht durch Kritik verbessert werden.

23

Freitag, 12. November 2010, 13:29

keine Gebisse unter 18 mm (und die passen auch in kleine Mäulchen)


Passen tut doch fast alles. Was aber noch nicht heißt, dass es das Optimum ist oder? :denk:
Welches Gebiss verwendest du mit 18mm?
Ich finde das Thema wirklich interessant, auch das hier so viele Meinungen zusammengetragen werden.
it's not a trick - it's a pony! 8o

gitana

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24

Freitag, 12. November 2010, 14:19

Welches Gebiss verwendest du mit 18mm?
Einfache und doppelt gebrochene Wassertrensen aus Edelstahl, Argentan und Aurigan.
Die meisten Reiter wollen durch Lob korrumpiert und nicht durch Kritik verbessert werden.

25

Freitag, 12. November 2010, 15:13

Sie täuschen dem Reiter eine Leichtigkeit vor, die aber nicht unbedingt reell ist.

Das ist genau das, was ich auch meinte.
Der Reiter meint, das Pferd geht besser, aber es beugt sich nur der schärferen Waffe.
"Wenn Dein Herz leicht ist, ist es auch Deine Hand. Wenn Dein Herz leicht ist, treibt es dich vorwärts. Die Schwermütigen, Schwerbeherzten treibt nichts vorwärts. Vorwärts aber ist alles." R. Binding

26

Freitag, 12. November 2010, 15:36

Das ist genau das, was ich auch meinte.
Der Reiter meint, das Pferd geht besser, aber es beugt sich nur der schärferen Waffe.


Ob ein Pferd ein Gebiss gut annimmt oder nicht, mache ich garantiert nicht daran fest, ob und wie schnell es den Hals krumm macht oder wie leicht die Anlehnung ist. Man merkt, ob es der Hand willig folgt und sich vertrauensvoll ans Gebiss dehnt.

Wobei man sicher diskutieren kann, ob 18mm, 16mm, 14mm, 12mm oder 10mm "dünn" sind.
Für Risiken und Nebenwirkungen befrage bitte das Internet oder den Yogalehrer deines Vertrauens!
[by Eric Brown]

27

Freitag, 12. November 2010, 20:30

Ich muss ein Westernbit für meine Stute benutzen, weil ihr Gaumen sehr flach und die Zunge dafür um so dicker ist. Sie hat einfach nicht mehr Platz. :nix: Bisher geht sie auch mit diesem Gebiss am besten, verkriechen tut sie sich nicht, sie kaut und ist zufrieden. Aber ich reite auch sowieso lieber gebisslos. Hatte vorher 18mm, 16mm, doppelt gebrochen und sowas drin, aber das gefiel ihr alles nicht so. Ich finde, dass jedes Gebiss scharf ist. Eben so scharf, wie die Reiterhand es macht. Leider gibt es Leute, die ne Kandare reinschnallen oder anderes mit Hebelwirkung, nur um sagen zu können, dass das Pferd leicht und rund geht, aber keiner achtet auf den verspannten Gesichtsausdruck, das offene Maul, zugezogenen Pullerriemen oder hervorgepresstes Zähneknirschen. :(
lg Piep :wink:

Kirsten

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28

Freitag, 12. November 2010, 21:07

Leider gibt es Leute, die ne Kandare reinschnallen oder anderes mit Hebelwirkung, nur um sagen zu können, dass das Pferd leicht und rund geht, aber keiner achtet auf den verspannten Gesichtsausdruck, das offene Maul, zugezogenen Pullerriemen oder hervorgepresstes Zähneknirschen.


Und es gibt noch viel viel mehr Leute die mit der Wassertrense Tauziehen veranstalten und an einer gebisslosen Zäumung rumzerren, weil das ja so furchtbar mild ist. Empfehle hierzu von Renate Ettl: Sanfte Hände, Präzise Gebisse. Da steht sehr viel Interessantes drin. Unter anderem auch zum Thema gebisslose Zäumungen und deren verwaschene Wirkung, sowie der häufige Missbrauch derselben bis hin zum Nasenbeinbruch. damit will ich nicht den Kandarenmissbrauch, den es natürlich auch gibt schönreden, aber so leicht wie in deinem Zitat kann man sich die Wertung nicht machen

normal guy

unregistriert

29

Freitag, 12. November 2010, 21:50

Mein neues Pferd hat mit dem dickeren Gebiss oft das Maul aufgerissen und die Zunge herausgestreckt.
In den USA haben wir immer sehr dünne Gebisse benutzt, das war dort einfach so üblich - die waren nicht dicker als 10mm. Ich hab dann hier für mein Pferd ein etwas dünneres aus Kunststoff ausprobiert und seitdem läuft er wesentlich zufriedener.

Lg normal

Milli

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30

Freitag, 12. November 2010, 22:19

Sehr interessantes Thema!!!

Bei meinem Hotte merke ich spätestens dann das es das falsche Gebiss ist, wenn er das Maul nicht öffnet zum trensen.

Ich halte ihm die Trense mit Gebiss hin und er streckt sich fast immer selbst da rein und nimmt das Gebiss.

Ich habe nun vor kurzem alle Gebisse verkauft oder weg geschmissen (Nathe und Gummi).

Wir haben schon fast alles ausprobiert.

Dicke, dünne, Knebel, Nathe, Gummistange, Auregan, Edelstahl... bla bla bla dazu dann noch verschiedene Stärken.... :kowa:

Ich habe eigentlich schon aufgegeben gehabt, meinem Gefühl zu vertrauen, zu meinen, immer noch nicht das richtige Gebiss gefunden zu haben.

Dann habe ich aufm Flohmarkt einfach noch mal zwei mitgenommen. U.a. eine dünne Knebeltrense (ich glaub die ist 14mm)

Die nimmt er endlich wieder freiwillig ins Maul. Obwohl mich einige schief angeschaut haben, da es ne Knebeltrense ist.
Aber es scheinte im zu gefallen. Er ist auch noch nie so gut gelaufen (vor seiner Kehlkopflähmung, nun reite ich ja noch nicht wirklich wieder)
Er nahm das Gebiss schön an, suchte den Weg nach unten und war völlig entspannt. Bei den dickeren Gebissen hatte ich immer das Gefühl er wollte es ausspucken und krampfhaft los werden. Auch hat er das Maul nicht mehr freiwillig geöffnet. Er hat mich oft "ausgeblendet" weil er so mit dem Gebiss beschäftigt war.

Wobei ich auch noch im Hinterkopf hatte, je dicker desto "netter"

31

Freitag, 12. November 2010, 22:29

Tja so ist das...wollte vorhin auch gemeint haben, dass man mit jedem Gebiss dem Pferd irgendwie Schaden zufügen kann und dass das nicht nur Leute mit Kandare sind. Ich habe mich vorher über das gebisslose Reiten informiert und auch schon öfter von den Nasenbeinbrüchen gelesen. Also was da alles passiert, eine Schande! :motz:

Einfach dem Pferd alles mögliche geben zum Ausprobieren:D viele Pferdchen teilen es einem ja mit, was sie mögen und was nicht. Aber prinzipiell kann man bestimmt nicht allgemein sagen, ob dicker oder dünner besser ist. Unsere Vierbeiner entscheiden da ;) :ostern:
lg Piep :wink:

Chaplin

unregistriert

32

Freitag, 12. November 2010, 23:48

Obwohl mich einige schief angeschaut haben, da es ne Knebeltrense ist.

Warum?

Kirsten

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33

Freitag, 12. November 2010, 23:59

Wahrscheinlich weil es kein "IN-Gebiss" ist

gitana

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34

Samstag, 13. November 2010, 01:22

Ganz viele Leute denken bei Knebeltrensen immer gleich an Kandaren = brutal :doh: Hab ich jedenfalls schon oft erlebt. Sind ja so lange Dinger außen dran, muß doch wehtun :kowa: .
Die meisten Reiter wollen durch Lob korrumpiert und nicht durch Kritik verbessert werden.

35

Samstag, 13. November 2010, 18:13

Mich haben auch immer alle schief angeguckt mit meiner Knebeltrense. "Oh, was ist das denn? Sieht ja voll gefährlich aus." Kam besonders gut von denjenigen Personen, deren Pferde grundsätzlich blutige Maulwinkel haben. Ich hingegen hatte das Gefühl, dass ich noch viel sanfter führen konnte als mit einem normalen Gebiss, weil gerade bei einem jungen Pferd (wenn das Lenken noch nicht so toll klappt) wenig Kraftaufwand reichte, um eine Richtung vorzugeben. Ich wollte meine Knebeltrense eigentlich nur anfangs nutzen, aber mein Pferd hat das Ding so gern gemocht, dass ich ihn letztlich doch bis zum Schluss damit geritten habe. Übrigens ein relativ dünnes Modell; trotzdem war er nie zu eng sondern meistens eher etwas zu lang im Hals. Geschätzt hatte ich mit einem gepolsterten, locker verschnallten Hackamore mit kurzen Anzügen eine ähnliche Anlehnungshaltung.
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

36

Dienstag, 16. November 2010, 08:47

Interessantes Thema!

Grundsätzlich halte ich es eher mit den dickeren Gebissen 20 bis 22mm, einfach gebrochene Wassertrense und bin bisher damit gut vgefahren.

Allerdings glaube ich, sollte man die Gebissdicke auch am Pferd festmachen:
Bisher ritt ich meistens eher größere Pferde (aka Warmblöds), die schon aufgrund der Körpergröße mehr Platz im Maul hatten. Seit meiner letzten RB (Reitponymix mit knapp 1,50 Stockmaß) weiß ich dass in den handlicheren Gefilden, dicke Gebisse nicht mehr soo gern genommen werden.

Nun interessiert mich die Körpergröße zu Gebissdicke?
Bei einigen von euch sieht man im Avatar eher die kleineren Modelle, ich meine besonders bei Reitern, die schrieben ihr Pferd möge lieber die dünneren Gebisse...

Ich schrieb irgendwo schonmal von meinem neuen Pferd (erstes richtig eigenes da WILL man ALLES richtig machen ;-) ), der Kleine ist ein orales Spielkind. Biss anfangs in Longe, Führstrick und Zügel und "spielte" damit herum, wie ein Hund der sich aufs Gassigehen freut und in die Leine beisst. Inzwischen tut er das nicht mehr, was vor allem an einem Wechsel des Gebisses lag und konsequenter Routine.

Trotzdem überlege ich ob nicht auch das jetzige Gebiss mit 20mm für seine Größe (1,55 mit Ponykopf) noch zu dick ist? Wir stehen gaaanz am Anfang der Ausbildung, da ist noch nix von wegen "tritt leicht an die Hand" oder "macht den Hals krumm", es geht um simple Sachen wie einfaches Geradeauslaufen, im Gelände das Tempo im fleißigen Schritt oder moderaten Trab halten ohne zu Pullen, ganz leichtes Biegen auf groooßen Bögen ohne sich zu verwerfen, schneller oder langsamer zu werden. Also kann ich recht schlecht am guten bzw schlechten Annehmen des Gebisses festmachen ob dieses was er nun hat passt? :denk: Oder doch?

Wie gesagt orales Spielkind! Er hat auch mal Tage da versucht er immer noch die Zügel zu haschen oder ist so durch den Wind dass ich zwischendurch ne halbe Stunde Pause mache und dann nochmal versuche.

Angefangen hatte ich mit einfach gebrochener Wassertrense, 22mm, hohl und sehr leicht. Mit dieser hat er wirklich nur geknautschelt, geknatschelt und geklappert das ging gar nicht. Jetzt wie gesagt eine 20mm einfach gebrochene Wassertrense, aber schwer weil gefüllt, die liegt besser er trägt sie recht ruhig, aber immer noch unruhig. Knatschelt und kaspert öfter mal rum. Sollte ich noch dünner probieren? :nix:
Allerdings tritt dann wahrscheinlich das von Diana angesprochene Phänomen auf, Pferd wird leichter in der Hand bzw händelbarer, stellt das Geknautsche ein und ich denke Wunder wie fein er jetzt geht?

Woran macht ihr genau fest ob Pferd das Gebiss mag?
Weil es bräver läuft? Besser funktioniert? :flucht:

Primus

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37

Dienstag, 16. November 2010, 09:21

?( Primus läuft mit einem 11mm Gebiss. Er hat nen flachen Gaumen, dicke Zunge aber ne recht lange Maulspalte :D und bei dickeren Gebissen streckt er die Zunge raus. Da is noch nichtmal an spazieren gehen zu denken :doh:

38

Mittwoch, 17. November 2010, 09:32

Patsch, ich glaube nicht, daß man von der Körpergröße des Pferdes auf die Größe des Maules bzw. auf den Platz, den das Pferd im Maul hat, schließen kann. Da spielen andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. Länge und Breite der Kiefer, Höhe des Gaumens, Dicke der Zunge, evt auch Stellung der Zähne bzw. Größe der Laden. Klar hat ein Warmblut einen größeren Kopf und ein größeres Maul als ein Shetty, das liegt auf der Hand. Aber ansonsten muß man da etwas mehr differenzieren.
„Lehren heißt, ein Feuer entfachen, und nicht, einen leeren Eimer füllen.“ Heraklit

39

Mittwoch, 17. November 2010, 09:35

Wenn das Maul geschlossen ist, ist es mit Zunge gefüllt, folglich wenig Platz.

Ist das wirklich ein Argument?
Mein Mund ist auch mit Zunge gefüllt, aber ich kann trotzdem ein großes Bonbon mit geschlossenem Mund lutschen.
"Wenn Dein Herz leicht ist, ist es auch Deine Hand. Wenn Dein Herz leicht ist, treibt es dich vorwärts. Die Schwermütigen, Schwerbeherzten treibt nichts vorwärts. Vorwärts aber ist alles." R. Binding

40

Mittwoch, 17. November 2010, 12:22

Obwohl mich einige schief angeschaut haben, da es ne Knebeltrense ist.

Warum?


Mir sagte mal eine Reitsportverkäuferin, sie würde alle Gebisse verkaufen, nur keine Knebeltrensen...
Ich fragte dann, warum:
Sie: "Sagt ja der Name Knebeltrense schon..."

:irre:
Du bist die Liebe meines Lebens...aber nun muss ich zum Pferd! :attack: