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aborigine

unregistriert

1

Montag, 3. November 2008, 08:17

Schritt gehen nach langem Stehen - VetTranquil geben?

Hilfe, mein Hafi spinnt! Nachdem mein Hafi zwei Wochen stark gelahmt hatte und der TA nichts Konkretes feststellen konnte, bin ich mit ihm zur Klinik gefahren. Dort hat man einen Chip im linken Fesselgelenk entdeckt und ein altes Hufgeschwür auf der gleichen Seite. Mein Hafi wurde dann gleich am nächsten Tag operiert und musste nach der Entlassung aus der Klinik drei Wochen "fest" stehen. Jetzt darf er drei Wochen lang täglich für 30 Minuten Schritt geführt werden.

Seit zwei drei Tagen ist er schon in der Box sehr wild und launisch gewesen. Obwohl ich ihn auf möglichst hartem Boden führen soll, hatte ich schon so einen Animus und bin mit Trense erst einmal in die Halle mit ihm marschiert. Dort hatte ich plötzlich einen wilden Mustang an der Hand. Aber nicht lange, da hatter er sich losgerissen und ist buckelnd und tretend durch die Halle galloppiert. Gott sei Dank waren zwei besonnene Westernreiterinnen dabei, die mich nicht gleich rausgeschmissen haben, sondern im Gegenteil meinten: Du m u s s t jetzt weitermachen... Nach 20 Minuten Kraftanstrengung hat sich mein Kleener dann endlich etwas entspannt.

Wer hat Erfahrungen mit solchen Explosionen geballter Energie bei Pferden nach langem Stehen? Meint Ihr, dass z. B. VetTranquil o. ä. mir helfen könnten, mein Pferd besser zu führen?

Gruß, Konni

2

Montag, 3. November 2008, 08:42

Ich hatte auch an Vetranquil gedacht, habe aber erst ohne versucht (Lusi Hengst, 162cm, 7 Jahre und UNTERFORDERT). Spat, erst Stehpause nach Gelenkspritze, dann Schritt., usw. Ich habe wohl einen guten Cavecon angezogen, der nach Bedarf wirklich Wirkung auf der Nase hatte, 4m Strick und Gerte. Es hat besser geklappt als gedacht, wobei die erste 2 Tage sehr spannend waren :D - sagen wir, etwas explosiv... :panik1: Da habe ich auch in der Halle angefangen, und direkt erzieherisch gearbeitet- Druck gleich Kopf runter, zu mir gewendet (damit wir an die Stuten wiesen vorbeikonnten :blinzel: ), viel Lob und Lekkerlies, ab den 3 Tag dann raus. Siehe da, es hat geklappt. Glegentliche "Freudensprünge" waren undvermeidlich, hielten sich aber immer mehr in Grenzen, als die Routine rein kam. Ich habe irgendwann die Gerte gegen eine kurzen Bogenpeitsche getauscht- wenn er versuchte, stehen zu bleiben (an Pferdewiesen) bekam er ganz unerwartet einen- sehr leichten- Klaps von hinten. Aus meiner Handgelenk raus sah er es gar nicht kommen, sah er keine Verbindung zu mir 8) . Nach 2 Mal war das auch erledigt.
Ich weiß, es gibt Fälle, wo es "ohne" nicht geht. Aber ein Versuch lohnt sich- Zeit, Ruhe und einen coolen Kopf...
Viel Glück!

Mumpitz

Meister

Beiträge: 2 726

Wohnort: Schleswig-Holstein

Beruf: Tierärztin

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3

Montag, 3. November 2008, 10:27

Ich würde kein Vetranquil geben, denn wenn ihn das unsicher auf den Beinen macht, was durchaus möglich ist, ist das Verletzungsrisiko sehr hoch. So wie Chicuelo würde ich es auch machen.
Keep smiling!

Mancher Mensch wird, unter der Lupe betrachtet, nicht größer, sondern kleiner.(E.R.Hauschka)
www.tierarzt-lensahn.de

Tibatong

Meister

Beiträge: 2 345

Wohnort: Witten, NRW

Beruf: Geografin

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4

Montag, 3. November 2008, 11:07

Trense / Kette / oder Steiggebiss und je nach Typ des Pferdes entweder früh morgens/spät abends allein an den ersten Tagen oder hinter einem braven Führpferd bis sich eine gewisse Routine einspielt.

Vetranquil ist deshalb blöd, weil wenn er abspackt und sediert ist, die Reaktionen verlangsamt sind und damit das Verletzungsrisiko steigt.
Es gibt nichts, was ein "normales" Pferd kann, das ein Vollblüter nicht besser könnte - wenn er will zumindest;-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tibatong« (3. November 2008, 11:08)


5

Montag, 3. November 2008, 11:45

Darf ich fragen was ein Cavecon ist?
Vielleicht hilft ja noch zusätzlich Magnesium.
Unsere Hafistute ist gerade auch so geladen und hängt Ihre Araberabstammung raus. Hatte die letzten Wochen wenig Zeit richtig ernsthaft mit Ihr zu arbeiten und das muss ich jetzt büßen. Was Ihr in der Halle hilft ist viel zum kucken. Also den großen Ball wo hinzulegen, Hütchen aufzubauen und auch Stangen. Dann muss Sie sich mehr konzentrieren und das macht Sie etwas ruhiger. Wobei man ja auch zwischen den Stangen einfach durchgehen kann und nicht drüber muss, meine nur wegen der Chip-OP.
Hoffentlich hats deinem Hafi nichts gemacht, die Rumspinnerei, immerhin sollte er doch nur Schritt gehen.
LG und alles Gute!

6

Montag, 3. November 2008, 12:03

Ich weiss, dass Vetanquil die Verletzungsgefahr durch Dappichkeit erhöht, wobei ich meine man muss eine Risikoabschätzung machen, wenn ich ihn gar nicht unter Kontrolle bring und er bestenfalls nur durch die Halle steppt und ich schlimmstenfalls jeden zweiten Tag unten lieg und das Pferd durch die Hallo tobt, dann ist das sicher für den Heilungsverlauf eher schlechter. Únd dazu auch für die Gesundheit des Reiters. (hillft ja auch nix, wenn man selber im KH liegt, hat man ja keinen mehr, der dann das Aufbauprogramm macht)

Ein Cavecon ist so etwas ähnliches wie eine Serreta oder ein Kappzaum, wobei das Nasenstück anders ist, in der Regel ist statt starrem Naseneisen eine Gliederkette vorgesehen. Richtig?

7

Montag, 3. November 2008, 15:12

Ein Cavecon ist ein südfranzösches Kappzaum- nicht so scharf wie ein Serreta, aber mit eindeutiger Wirkung. Ein ganz feines Ausbildungsinstrument. Der NAsendriemen ist aus mit Leder ummantelente, (Fahrrad-) Kette. Die meisten Versandfirmen für ibersichem Zubehör führen die Dinger. Auch zum Longieren optimal

8

Montag, 3. November 2008, 15:57

Ich habe nach 3 Monaten Stehpause erst einmal mit Trense und führen auf der Stallgasse angefangen; ist bei uns über 40m lang und ziemlich breit. Da kommt mein Pony jedenfalls nicht auf blöde Ideen, solange alle Außentüren verschlossen sind und Ruhe auf dem Stallgang herrscht; deshalb führe ich morgens um ca. 6:15 Uhr *uff*
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist !

aborigine

unregistriert

9

Dienstag, 4. November 2008, 06:49

Habt vielen Dank für Eure Antworten. War gestern wieder da und hab alles so weit berücksichtigt. Mein Bauchgefühl sagt mir übrigens auch, dass ich es erst einmal ohne VetTranquil probieren soll. Dann hab ich meine "kleine" Schwester mitgenommen. Die ist der eigentliche Pferdefreak in der Familie und strahlt schon mal ein gute Portion Ruhe aus. Dann hab ich gewartet, bis die Halle leer ist und bin dann rein.

Und siehe da - es lief bereits entspannter als gestern. Mein Schwesterchen hat mich dann nach 20 Minuten abgelöst und wir sind sogar noch eine knappe Viertelstunde draußen rumgelaufen. Dort gab es die bereits erwähnten Buckler, aber ich denke mal, das waren eher Freudenbuckler und ganz freundlich gemeint. Habe wir trotzdem mit kurzen unauffälligen Klaps mit Gerte unterbunden.

Das große Problem ist, dass wir weit und breit um unsere Anlage herum kein bisschen Asphalt haben. Reicht fester Grasboden auch aus?

Und nächste Frage: Warum soll man vorwiegend auf hartem Boden führen bei manchen Beinschäden. Wozu ist das gut. Regeneriert sich das Bein dann besser? Fragen, Fragen, Fragen - aber zuversichtlicher bin ich jetzt schon.

Habt nochmal vielen Dank und alles Liebe! Konni